Aktuell erreichen unser Team bei BST Innova vermehrt kurzfristige Anfragen zum Thema Inputstoffe in Biogasanlagen.
Ein Klassiker dabei:
„Was kann ich kurzfristig einsetzen?“
Der Hintergrund ist klar: Die letzte Kartoffelernte sorgt regional für Überschüsse. Was auf den ersten Blick nach einem attraktiven Substrat aussieht, bringt auf den zweiten Blick jedoch einige wichtige Fragestellungen mit sich.
Technisch sinnvoll – wirtschaftlich komplex
Kartoffeln sind aus biologischer Sicht ein hochenergetischer Inputstoff:
• leicht abbaubar
• hohe Methanausbeute
• gut geeignet für kurzfristige Leistungssteigerungen
Gerade im flexiblen Anlagenbetrieb können sie schnell Wirkung zeigen.
Kleine Mengen lassen sich in der Regel zügig genehmigen.
Größere Mengen werden hingegen schnell komplexer.
Der limitierende Faktor: Gärrestmanagement
Was oft unterschätzt wird: Nicht der Input selbst ist die größte Herausforderung, sondern der Output.
👉 Bei großen Mengen an Kartoffeln als Inputstoff vergrößert sich auch der Gärrest (im Vergleich zu Mais als Inputstoff)
👉 Und damit rücken Lagerkapazitäten und Verwertung in den Fokus
Gerade hier liegt in vielen Fällen der praktische Engpass, der größere Anpassungen erschwert oder unmöglich macht.
Außerdem: EEG bleibt im Blick
Unabhängig davon gilt: Die EEG-Vergütung ist an definierte Einsatzstoffe gebunden. Abweichungen vom genehmigten Substratmix – z. B. durch zusätzliche Kartoffelmengen – können dazu führen, dass für diese Anteile keine Vergütung erfolgt.
Anforderungen an den Einsatzstoff Kartoffel
Für den Einsatz in der Biogasanlage gilt:
✅ nur marktfähige Ware (keine Abfälle)
✅ frei von Krankheiten oder Befall
✅ gewaschen bzw. gebürstet (keine Anhangserde!)
Der Hintergrund:
Mit dem Gärrest übernimmt der Betreiber Verantwortung dafür, dass keine Schadorganismen oder Krankheitserreger in Umlauf gebracht werden.
Verunreinigte oder befallene Kartoffeln sind daher ein klares Ausschlusskriterium.
Unser Ansatz bei BST Innova
Wir unterstützen Betreiber genau an dieser Schnittstelle:
• Inputänderung beantragen
• Neues Gärrestmenge bzw. Lagervolumen berechnen
Unser Tipp:
Wer über Inputwechsel nachdenkt, sollte Lager, Technik, Biologie und EEG immer gemeinsam betrachten – nicht isoliert.